Wer wir sind und was wir machen:

Sambanda-Berlin ist eine Samba-Percussion-Bateria aus dem Großraum Berlin. Sambanda existiert seit vielen Jahren und spielt gängige Samba-Rhythmen, die aber zum Teil auch mit anderen Stilen durchkreuzt werden. Das Ergebnis ist immer: Ein eingängiger Groove, der kaum einen Zuhörer still stehen lässt.

Zum Einsatz kommen dabei traditionelle Samba-Percussion-Instrumente wie Surdos, Caixas, Timbas, Repiniques, Snares, Agogos und Shaker um den unverwechselbaren und mitreissenden Samba-Sound zu erzeugen.

Samba ist Musik! Oder?

Es gibt Menschen, die behaupten, Samba wäre nichts weiter als heilloser Krach der von genau diesem Umstand ablenken will, indem er mit aufreizenden Elementen wie rhythmisch zuckende Körper durchsetzt wird.

Brasilianer sehen das allerdings etwas anders: Für sie ist Samba der Ausdruck reiner Lebensfreude, ein unvergleichliches Lebensgefühl und eben – der Herzschlag Brasiliens.

Das Wichtigste für alle Sambistas (wie sich die Samba-Trommler nennen) weltweit ist aber: Samba macht einfach jede Menge Spaß  !

 

Wenn man den Ursprung des Sambas entdecken will, muss man bis an die Anfänge der brasilianischen Geschichte zurückblicken:

Brasilien wurde im Jahre 1500 durch die Portugiesen entdeckt. In der Folge wurden für die Kolonialisierung und insbesondere den Zuckerrohranbau massenhaft billige Arbeitskräfte benötigt. Deshalb wurden Anfang des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts 4 bis 5 Millionen Sklaven „importiert“, die aus den Gebieten des heutigen Angola, Kongo und Mosambik stammten. Sie zählten hauptsächlich zum Volke der Bantu und wurden über Sao Salvador da Bahia de Todos os Santos, der „Allerheiligenbucht“ nach Brasilien gebracht. Salvador da Bahia war seit 1549 die erste Hauptstadt Brasiliens und wurde erst über 200 Jahre danach von Rio de Janeiro abgelöst.

So bildete sich die afro-brasilianische Religion, die „Candomblé“, in der der Glaube an Götter und Rituale in enger Verbindung mit Musik, Tanz und Gesang stehen. Aus genau diesen vielfältigen Candomblé-Rhythmen entwickelten sich beispielsweise auch der „Afoxé“ und der „Maracatú“, zwei der bekanntesten brasilianischen Musikrichtungen.

Samba lässt sich jedoch nicht – wie Europäische Musikstile – einer Schublade zuordnen, denn er entwickelt sich ständig weiter, was ihn frisch und dynamisch erhält.

Dies erkennt man zum Beispiel am Samba-Reggae, ein relativ neuer Einfluss aus den späten 80er Jahren aus Bahia. Junge Schwarze, die durch die Welle des „Black Soul“ in Nordamerika beeinflusst wurden entwickelten diese dynamische und kraftstrotzende Mischung aus Elementen des klassischen Samba mit Reggae-Rhythmen aus Jamaika. Angereichert wurden diese noch durch Funk-, Hip-Hop- und Rock-Einflüsse. In Bahia wird Samba-Reggae als Straßensamba gespielt.

Weltweite Bekanntheit erlangte der Samba aber durch den unverwechselbaren Rio-Samba, die Migranten in den 30er Jahren aus Bahia mit nach Rio brachten. Rio-Samba ist deutlich kommerzieller und in einem eigens dafür gebauten Stadion, dem „Sambodromo“, werden jährlich Wettbewerbe zwischen den besten Sambagruppen ausgetragen.

Während die Medien ihr Hauptaugenmerk auf den Karneval in Rio legen, schlägt das schwarze Herz Brasiliens dagegen immer noch in Bahia (während zwei Drittel der Bevölkerung Salvadors schwarzer Hautfarbe sind, sind es im restlichen Brasilien gerade einmal 11%). Der Samba ist nicht von der schwarzen Geschichte Brasiliens zu trennen. Durch die enge Bindung religiöser und weltlicher Traditionen ist er nach wie vor ein lebendiger Bestandteil der Brasilianischen Bevölkerung.

Und auch in Europa entwickelt sich eine eigene und lebendige Sambaszene, die stetig wächst. Und so mancher Brasilianer, der Europa zum ersten Mal besucht, staunt über die Vielzahl und die teilweise recht hohe musikalische Qualität der hiesigen, vom „Samba-Virus“- infizierten Gruppen.